Sorgfalt und Sachverstand:Zum Traumpferd mit Nicki

Das reiterliche Handwerk von der Pike auf gelernt, dazu reichlich Erfahrung und ein exzellentes Auge. Diese Kombination hat der auf Island lebenden Nicki Pfau einen erstklassigen Ruf als wahrer "Pferde-Columbus" beschert. Basierend auf ihren Kundenwünschen, geht sie sorgfältig und professionell auf Pferdesuche und schafft zufriedene Ross-Reiter-Paarungen vom Freizeit-Level bis zum Spitzensport.

isibless hatte Ende November die Gelegenheit, Nicki einen Tag lang zu begleiten und ihr beim Scouting neuer Pferde über die Schulter zu schauen.



isibless: Wir sind hier im Land von Feuer und Eis. Was macht das Besondere dieser Umgebung aus, was ist besonders prägend für Pferde, die hier aufwachsen und leben?

Nicki: Deutschland und natürlich auch Skandinavien haben sich in den vergangenen Jahren immens gesteigert in der Qualität ihrer Zucht. Man kann daher mittlerweile sehr gute Freizeit- und sicher auch Turnierpferde bis zu einem gewissen Level und mit guter Ausbildung auf dem Kontinent erwerben, aber wenn wir jetzt in die höheren sportlichen Kategorien schauen, hat Island in puncto Qualität und Vielfalt immer noch die Nase vorn. Das wird sich auch auf absehbare Zeit nicht ändern, da die allerbesten Väter und/oder Mütter dieser Pferde das Land nicht verlassen werden und damit eine Absicherung dieses allerhöchsten Qualitäts-Standards für Island auch mittel- und langfristig gewährleisten. Das bedeutet, dass für das oberste Niveau von Pferden für Sport und Zucht das Ursprungsland Island nach wie vor die erste und beste Adresse bleiben wird.

Das alles gilt für das „Material" der Pferde, ihre Grundqualität. Natürlich ist das aber auch nur eine Seite der Medaille. Dazu kommt das Thema „Spirit“, das ich für ganz besonders wichtig halte. Jeder, der schon einmal auf Island war und gesehen hat, wie die Pferde hier in der Natur aufwachsen, kann sich bestimmt sehr gut vorstellen, was ich meine, wenn ich den Spirit der Pferde und die Freiheit ihrer Aufzucht als ebenso wichtiges Merkmal betrachte. Jungpferde haben hier einfach mal die Möglichkeit, auf mehreren hundert Hektar großzuwerden, das ist einfach bedeutend mehr als durchschnittlich weniger als 10 Hektar in Deutschland. Das mag man vielleicht nicht auf Anhieb glauben, ich persönlich tue es aber auf jeden Fall: hier haben die Pferde einen enormen Weitblick, sie können quasi unendlich weit gucken und fühlen sich nicht eingeengt. Das macht ganz viel aus.

Die Pferde haben einfach ihre Freiheit und ihre Ruhe und werden nicht vom Menschen alle paar Tage gestreichelt und am besten schon vom Fohlenalter an mit Leckerli-Tüten verzogen. Die landschaftlichen Möglichkeiten hier erlauben einfach, dass die Pferde sich einen im positiven Sinne „wilderen“, damit meine ich einen ganz frischen und lebendigen Spirit, bewahren. Und genau das sind ja die Dinge, die wir an unserer Rasse Islandpferd eigentlich auch immer hervorheben und loben möchten. Hier ist das keine Theorie, sondern auf Island ist genau das die gelebte Realität der allermeisten Pferde.

Gegen ein kleines Missverständnis muss man daher auch seitens der reiterlichen Selbsteinschätzung mancher Kunden gewappnet sein, die den Begriff „Erfahrung“ unter Umständen etwas zu positiv für sich selbst reklamieren und die außerdem noch ein „temperamentvolles“ Pferd suchen, das „ordentlich vorwärts“ geht. Da weichen dann die Vorstellungen aus Deutschland doch recht stark davon ab, was man auf Island bei sowieso recht hoher Lauffreude der Pferde unter diesen Begriffen verstehen würde. Im Moment der Pferdesuche und -findung muss man einfach hundertprozentig ehrlich auch zu sich selbst sein, sonst wird man gemeinsam mit seinem neuen Pferd nicht glücklich. Und ich möchte doch wirklich gern, dass aus dem gut bedienten Kunden auch ein nachhaltig zufriedener Reiter wird.

isibless: Wenn ich mich nun für die von Dir geschilderten Merkmale - nicht zuletzt für einen fantastischen Spirit - begeistern kann und möchte eines dieser Pferde für den Einsatz auf höherem sportlichem Niveau finden, wie packe ich soetwas an? Immerhin sind es ja nicht immer nur FIZO- oder bereits erreichte Sportnoten, die ausschlaggebend sind, sondern das Pferd muss ja zu mir individuell passen.

Nicki: Genau das ist eine riesengroße Herausforderung, die nicht wenige Leute unterschätzen. Sie blicken dann auf tolle Sport- und Zuchtnoten und meinen, das sei in jedem Falle ein tolles Pferd. Mag ja sein, dass es grundsätzlich sehr gut ist und viel leisten kann. Die Frage ist aber: passt es zu einem selbst als Reiter? Ich sag’ das mal ganz offen: einigen Kaufinteressenten fehlt bei der Pferdesuche die Fähigkeit, selbstkritisch mit den eigenen reiterlichen Möglichkeiten umzugehen. Nur weil Starreiter XY ein Pferd top vorgestellt hat, bedeutet längst nicht, dass jeder von uns nun auch automatisch mit genau diesem Pferd viel Freude haben wird. Da sind Geduld, Erfahrung, ein gutes Auge, dann auch ein ehrlicher Blick und viel Fingerspitzengefühl gefragt.

Worauf ich daher in den Gesprächen oder beim E-Mail-Kontakt mit meinen Kunden sehr viel Wert lege, ist die Beschäftigung mit deren reiterlicher Erfahrung. Das finde ich enorm wichtig, bevor man überhaupt damit anfängt, eine erste Auswahl möglicher Pferde vorzubereiten. Nicht zuletzt ist dabei dann ja auch wieder der bereits beschriebene Spirit ein wichtiger Faktor. Wie ruhig und ausgeglichen muss das Pferd sein, um von diesem oder jenem Reiter mit Freude geritten werden zu können? Soetwas ist das A und O, es soll schließlich niemand ein Pferd kaufen, das hier auf Island unter einem erfahrenen Reiter hübsch die Beine hebt, mit dem man aber zu Hause in Deutschland, wenn man es natürlich nicht mehr zurückschicken kann, bereits vor dem Gangreiten schon charakterlich allergrößte Mühen hat.

Dazu kommt der Ausbildungsstand des Pferdes, der zum reiterlichen Vermögen des Kunden passen muss, und da weiß ich, dass ich mich auf bestimmte Reiter und Ausbilder, von denen wir hier glücklicherweise recht viele gute haben, besonders verlassen kann. Einige vermeintlich gute Ausbilder sind es dann wiederum nicht - auch das ist wichtig zu wissen, denn sie können ggf. bei einem Kundenbesuch ein Pferd effektvoll vorstellen, man muss aber dann eben auch wissen, dass das Pferd wahrscheinlich gar nicht über eine solide Ausbildung verfügt, damit in Deutschland dann auch alles „auf Knopfdruck“ funktioniert. Dabei hilft mit dann wiederum auch meine Erfahrung weiter, dass ich weiß, wessen Pferde man bedenkenlos anbieten kann und bei welchen man ehrlicherweise besser etwas vorsichtiger ist.

Ich glaube, manche Reiter und Züchter hier auf Island finden mich ziemlich pingelig, aber das hat eben auch damit zu tun, dass es mir wirklich nicht egal ist, was genau ein Pferd mitbringt und mit welchem potenziellen Käufer ich es zusammenbringe. Ich muss mir, so ist mein Ideal, bei jedem Pferd, das ich vermittle, auch sehr gut vorstellen können, es selbst reiten zu wollen. Und da führt eben kein Weg an einer soliden und nicht zuletzt dressurmäßigen Grundausbildung vorbei. Diese braucht schließlich jedes Top-Sportpferd, also bin ich im Interesse meiner Kunden nicht bereit, dabei irgendwelche Kompromisse einzugehen. Qualität, Spirit und Ausbildung gehören für mich einfach immer zusammen und müssen stimmen!

isibless: Machen wir’s konkret. Ich habe ein Pferd, mit dem ich ganz passabel zurechtkomme und für die Leistungsklasse 1 qualifiziert bin, aber eben auch nur recht knapp. Nun suche ich eines, mit dem ich mir höhere Ziele stecken kann - natürlich nicht gleich eine WM-Teilnahme, aber vielleicht die Top 10 auf der Deutschen Meisterschaft. Natürlich bin ich auch als Reiter ganz entscheidend gefragt, um solch ein Ziel anpeilen zu können, aber was genau kannst Du für mich leisten, um mir auf diesem Weg behilflich zu sein?

Nicki: Meistens beginnt eine solche Suche, jenseits der Pferde, die ich bereits kenne und im Angebot auf meiner Website habe, per Telefon oder E-Mail, wobei ich ja erstmal wissen muss, wie genau die reiterliche Erfahrung des Kunden ausschaut. Das zu erforschen, vernachlässigen die meisten, für mich ist es aber ganz bedeutend, wie ich ja schon sagte, um dann eben auch in der Selektion der Pferde in die richtige Richtung arbeiten zu können. Ich frage also, wie lange jemand schon reitet, über welche Turniererfahrung er verfügt, ob er regelmäßig Unterricht bekommt, wie häufig er überhaupt pro Woche auf dem Pferd sitzt usw.

Davon abhängig ist ja zum Beispiel auch der benötigte Ausbildungsstand des Pferdes. Wenn ich nicht soviel reite und auch keine zusätzliche Hilfe bekomme, muss das vom Pferd Erlernte ja bereits deutlich besser verfestigt sein als wenn ich viermal in der Woche selbst reite und obendrein regelmäßig Reitunterricht bekomme oder vielleicht sogar jemanden habe, der das Pferd für mich bereitet oder ggf. korrigieren kann.

Im nächsten Schritt widmen wir uns dann den Wünschen der Kunden, wobei das auch etwas ist, was sich manchmal durch ruhige Gespräche entwickeln muss. Meistens wissen sie, ob sie einen Vier- oder Fünfganger haben möchten und wie alt der sein soll oder darf, dazu gibt’s manchmal noch einen Farbwunsch. Es reicht mir natürlich auch nicht, wenn sie erstmal nur schreiben, dass es „für Sport“ sein soll, sondern da muss man einfach noch deutlich genauer werden. Man kann sich dann über Beispiele und Vergleiche dem Wunschpferd nähern oder darüber, in welcher Disziplin und auf welchem Notenniveau man sich das neue Pferd erträumt.

Es ist ja schon ein deutlicher Unterschied, ob ein Pferd 6,50 Punkte im Tölt erreichen können soll oder 7,70 im Fünfgang. Das ist bei denen, die noch nicht soviel Erfahrung im Turniersport haben, manchmal ein etwas längerer Findungsprozess, bei erfahrenen Sportreitern geht’s meistens deutlich zügiger und konkreter. Aber ich finde genau diesen Prozess der Abstimmung echt spannend und möchte dann eben auch mit möglichst viel Information an die Arbeit gehen können.

Was den meisten Interessenten nicht besonders leichtfällt, ist die Nennung des Preisniveaus, auf dem wir uns bewegen dürfen. Ich verstehe auch, dass das schwierig ist, aber gleichzeitig ist genau das echt essentiell, denn damit kann man umso zielgerichteter auf die Suche gehen und hat einfach eine deutlich bessere Vorstellung davon, was möglich sein wird und was eben auch nicht. Es gibt einfach so viele Möglichkeiten hier auf Island, und da möchte ich dann ja auch weder den Kunden am Ende enttäuschen müssen noch eine große Anzahl an Pferden sichten, die am Ende überhaupt nicht in Frage kommen. Noch einmal gilt also auch hier: je mehr Details ich vorher habe, umso besser gelingt die Auswahl und umso genauer und schneller finde ich dann auch meistens passende Kandidaten für meine Kunden.

Es kann dabei natürlich genauso gut sein, dass jemand z.B. die Idee hat, 10-15.000 Euro in ein Pferd investieren zu wollen und dann mit der Pferde-Auswahl - meistens sende ich Videoclips, weil die einfach aussagekräftiger sind als Fotos plus Prüfungsnoten - nicht zufrieden ist. Nicht selten decken sich die Vorstellungen darüber, was man für eine Summe XY auf Island für Pferde bekommt, schlicht und ergreifend nicht mit der Realität des Marktes. Da muss man dann sorgfältig schauen, ob man seine Vorstellungen bei der Qualität des Pferdes oder beim Preis-Niveau anpassen möchte. Ich kann dann eben auch Pferde einer nächsthöheren Kategorie anbieten, über die man nachdenken kann, und dann liegt es im Endeffekt natürlich beim Kunden, wofür er sich begeistern kann.

Klar, es gibt anhand der großen Masse an ganz bestimmt Sport-A-tauglichen Pferden hier auf Island auch vergleichsweise günstige Pferde auf sehr gutem Niveau. Wer aber allein deswegen hier schauen will, weil er meint, in Island die richtigen Top-Pferde zum Schnäppchenpreis zu bekommen, der wird wahrscheinlich enttäuscht. Dennoch gelingt es eigentlich bei intensivem Dialog, meiner großen Erfahrung und dann eben auch persönlicher Beratung, dass man echt gute Pferde findet, mit denen der Kunde am Ende so zufrieden ist, dass der Begriff „preiswert“ tatsächlich stimmt. Das ist mir enorm wichtig, denn dann habe ich meinen Job gut gemacht.

isibless: Nun hast Du also mit einem potenziellen Kunden das Profil seiner Anforderungen und Möglichkeiten erörtert, wie genau sieht im nächsten Schritt ganz praktisch Deine Arbeit aus?

Nicki: Was mir sehr hilft, ist die Tatsache, dass ich sehr viele Leute kenne. Ich bin vor 18 Jahren nach Island gekommen und arbeite nicht erst seitdem professionell mit Pferden. Schon vorher war ich ja als Sportreiter, schon während der Schulzeit als Trainer und direkt im Anschluss auch als Sportrichter aktiv und habe in all diesen Bereichen rund ums Thema Pferde- und Reiter-Ausbildung bereits in Deutschland von Kindesbeinen an Erfahrungen gesammelt und quasi mein Leben lang gearbeitet, habe also eine ganz gute Möglichkeit, Reiter und Pferde aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten zu können. Das hilft mir heutzutage immens bei der richtigen Einschätzung und der „Anpaarung“ eines Reiters mit seinem möglichen neuen Pferd.

Hier auf Island habe innerhalb des allgemeinen Kontaktfeldes natürlich auch einige Profis, mit denen ich sehr gut befreundet bin und mit ich seit vielen Jahren voller Vertrauen und Offenheit zusammenarbeite. Wenn ich das dann mit meinem hohen Anspruch hinsichtlich Qualität und Ausbildung kombiniere, ergibt sich ein sehr solider und zuverlässiger Kreis von Personen und Höfen, die für mich die Basis meiner Recherchen bilden.

Bei einer entsprechenden Anfrage kontaktiere ich diese Stellen mit den möglichst genauen Details meiner Suche, und wenn sie mir sagen „Ich hab’ vielleicht etwas Passendes“, dann fahre ich dorthin, lasse mir das Pferd zeigen, filme es und probiere es selbst aus. Das mache ich in 99 Prozent aller Fälle, denn ich will genau kennen, was ich vermittle, und dabei ein gutes Gewissen haben. Immerhin möchte ich dann ja auch, dass die Kunden auf Jahre hin mit ihrem Pferd zufrieden sind und dass ich schöne Bilder zu sehen bekomme, wie sie es dann auf Turnieren vorgestellt haben. Sind sie zufrieden, empfehlen sie mich ja vielleicht auch weiter - das ist natürlich die schönste Belohnung.

Wichtig beim Ausprobieren ist mir, dass die Pferde in einem sehr guten Trainingszustand sind, und ich mag es überhaupt nicht, schlecht trainierte und konditionell problematische Pferde gezeigt zu bekommen. Das passiert zwar inzwischen kaum noch, dass ich solche Hengste, Stuten oder Wallache vorgestellt bekomme, aber wenn doch, dann lehne ich sie einfach kategorisch ab. Ich finde einfach, dass ich es meinen Kunden schuldig bin, ihnen die Pferde auch in einem Zustand zu zeigen, der eine gute Beurteilung zulässt - und den Pferden sind wir es eigentlich auch schuldig, sie nicht holterdipolter von der Weide zu ziehen und mit ihnen Klimmzüge zu vollführen, auf die sie zu jener Zeit mangels Training vielleicht gar nicht im Stande sind. Die Mentalität diesbezüglich verändert sich hierzulande aber zum Glück immer mehr, und die guten Pferde werden eben auch zunehmend gut gepflegt, versorgt und trainiert.



isibless: Genau diese Sorgfalt schätzen allerdings auch die Züchter und Trainer an Dir, wie man auf so einer Tour mit Dir erlebt. Du magst eben keine fünf Jahre alten Videos zeigen, sondern Du bist stets auf der Suche nach frischen Eindrücken, die Du dann auch glaubhaft vermitteln kannst. Was bedeutet es Dir, dass Dein Ruf diesbezüglich von genau dieser Sorgfalt geprägt ist?

Nicki: Das freut und ehrt mich natürlich sehr, dann wiederum sollte es ja eigentlich selbstverständlich sein, dass wir diese Sorgfalt an den Tag legen. Wer professionell mit Pferden arbeitet, sollte ja eben auch wissen, wieviel Arbeit, Zeit und nicht zuletzt Geld in die Aufzucht und Ausbildung der Pferde investiert wird. Später dann einfach recht sorglos mit ihnen umzugehen, ist eigentlich unverantwortlich, und wenn man es einfach mal sachlich aus materieller Sicht betrachtet, pflegen sie ihre wertvollsten Investitionen damit auch zur unzureichend. Umso schöner, dass es eigentlich die besten Betriebe sind, die einem dann auch selbst diese Wertschätzung entgegenbringen wie ich ihnen … und wie später dann ja hoffentlich der Kunde, wenn er oder sie ein tolles neues Pferd gefunden hat. Wenn ich dann lieber vorher ein wenig „picky“ war, ist dafür doch trotzdem alles in Ordnung.

isibless: Worin liegt die größte Hemmschwelle von Kunden auf dem Kontinent, hier auf Island Pferde zu suchen bzw. zu kaufen?

Nicki: Es besteht nach wie vor leider ein nicht genau abzuschätzendes Ekzemrisiko, das will ich auch gar nicht beschönigen. Ich habe aber das Gefühl, dass in den letzten Jahren parallel zu den steigenden Exportzahlen aus Island auch das Bewusstsein der Leute für die Anforderungen an die Pflege ihrer Pferde und eben auch die erfolgreiche Prophylaxe hinsichtlich Ekzem ebenso deutlich stärker geworden sind. Die Pferde werden besser und aufmerksamer versorgt, damit sinkt natürlich gleichzeitig die Intensität des Ekzem-Problems, und weil man es einfach besser vermeiden oder dagegen angehen kann, habe ich den Eindruck, dass es nicht mehr als ganz so problematisch wahrgenommen wird. Kluge Vorsorge ist damit wie immer eben auch gute Fürsorge.

Der nächste Punkt sind die recht hohen Exportkosten, und die bekommt man eben nicht wegdiskutiert. Wenn Du auf Island ein Pferd kaufst und es nach Deutschland holen möchtest, sind mit Flug, allen Papieren und dem Transport bis nach Hause einfach mal jenseits von 2.000 Euro weg und manchmal - je nach Wert des Pferdes - genügt nicht einmal diese Summe. Kauft man also ein Pferd mit einem Preis von bis zu 10.000 Euro, ist der Transport-Anteil der endgültigen Summe echt erheblich, gar keine Frage.

isibless: Bald ist Weihnachten. Sollte jemand selbst so kurzfristig noch die Idee oder den Wunsch haben, ein schönes neues Islandpferd „unterm Baum“ zu haben, reicht die Zeit noch?

Nicki: Klar, das ist jetzt eigentlich sogar die optimale Zeit dafür. Das aktive Pferdejahr geht hier auf Island eigentlich von Oktober bis Juni, das bedeutet: aktuell sind entweder die schon gerittenen Pferde wieder sehr gut im Training oder neue Talente können bereits soviel, dass man sie gut anschauen kann. Wenn man sich jetzt also gut überlegt, was man sucht, finden wir ganz sicher eine große Auswahl sehr guter Pferde für wirklich jeden Einsatzbereich von Freizeit über Zucht und Sport, und bei Erfolg unserer Suche ist natürlich auch diese Jahreszeit die beste für den Export, zumal es ja auch in Deutschland immer kälter wird, was den Pferden das Ankommen und die Integration deutlich erleichtert. Flüge gehen regelmäßig in jeder Woche nach Belgien, dem Pferdewunsch zum Weihnachtsfest sind also eigentlich keine Grenzen gesetzt.

isibless: Herzlichen Dank für die spannenden Einblicke und gleðileg jól.

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